etwas über Andalusien

Generelles über Tarifa und Andalusien

Das maurische Erbe, oder die Nordeuropäische Illusion

Andalusien-Fotos-01Zugegeben waren die Mauren viele Jahrhunderte auf der iberischen Halbinsel und hinterließen auch bis in die heutige Zeit einiges an Spuren. Beim Bollwerk Alhambra angefangen bist zu vereinzelten Bögen in irgendwelchen Hutzeldörfern. Hier in Spanien spielt aber das maurische Erbe nur eine Untergeordnete Rolle, wenn überhaupt.
Realistisch betrachtet spielen die Mauren seit der Reconquista, der christlichen Rückeroberung 1492 keine Rolle mehr.
Spanien und insbesondere Andalusien sind seit damals bis heute Erzkatholisch und pflegen ihre religiösen Riten wie nirgends anders auf der Welt.
Meiner Meinung nach ist das ständige hoch halten des maurischen Erbes eine Illusion oder Wunschvorstellung des Mitteleuropäischen Bildungsbürgertums, welches schon fast zwanghafte Formen angenommen hat. Ständig werden dabei Dinge vermischt, die seit Jahrhunderten nicht mehr existieren, und worüber es hinaus, keinerlei Schnittstellen gibt. Sei es kulinarisch, sei es sprachlich oder sei es kulturell. Nichts, nada.

Den meisten Spaniern ist das maurische Erbe so was von egal. In diesem Punkt zählt nur das historische Datum 1492, denn zu dieser Zeit flogen die Mauren, mit dem Fall von Granada endgültig aus Andalusien raus, und sie kommen auch nie wieder nach Andalusien hinein. Obwohl die arabische Welt durchaus bis heute  Ansprüche an Andalusien geltend macht.

Heute wird vieles an andalusischer Kultur leichtfertig mit dem mauríschen Pinsel übermalt und damit seiner Wichtigkeit beraubt. Selbst dem Flamenco dichtet man ständig maurische Einflüsse an, wobei der Flamenco nun wirklich nichts mit dem arabischen Musik-Stil gemeinsam hat.
Wäre das maurische Erbe „so wichtig“ gewesen, dann gäbe es in Andalusien auch keinen Pata Negra. Denn Mauren aßen keine Schweine.

Panorama-2013-Costasur-05 (Custom)

Panorama-Serie by Costasur. Weitere Informationen …

Schreibe einen Kommentar