Die Geier kreisen wieder

über dem Naturpark ” Los Alcornocales” bei Tarifa, der südlichsten Stadt Andalusiens.

Mitte Oktober war es wieder so weit. Hunderte Gänsegeier zogen hoch oben, über La Peña ihre beeindruckenden Kreise und es war klar, dass auf dem Geierfutterplatz wieder ein verendetes Tier liegen muss.
Diesmal war es eine Kuh, welcher sich die ersten Geier fast zaghaft näherten. So passierte am ersten Tag nicht viel und die Kuh füllte sich zusehends mit Gasen und blähte sich in Richtung Luftballon auf. Keine Ahnung, ob eine Kuh dann wirklich explodieren könnte? Aber ich habe davon schon gehört. Nicht auszudenken, wenn es in dem Moment passiert, in dem einer daneben steht (zum Beispiel Ich-Selbst).

Kurzum, die Gänsegeier ließen sich diesmal etwas Zeit. Es mag auch daran gelegen haben, dass die Kuh aus Sicht der Geier noch nicht schmackhaft genug angerichtet war.
Mir persönlich reichte der Gestank, so dass ich aus gebührendem Abstand fotografiert habe, was auch einem Glücksspiel gleicht. Denn diese scheuen Vögel sind vor ihrem Fressrausch durchaus vorsichtig und umkreisen ihre Beute minutenlang, bevor sich die, ich nenne es mal, Vorhut auf dem Aas niederlässt. Diese Zeit kann sich auch in die Länge ziehen, umso näher man an das Geschehen rückt.
Je nach Situation gesellen sich dann nach und nach weitere Geier hinzu um das verendete Tier von innen her auszuweiden. Dabei geht es alles andere als geordnet zu und die Streitigkeiten sind gut zu sehen. Es besteht eine Hackordnung.
Aufgrund der Grösse der Kuh zog sich die Völlerei 5 Tage lang hin, welche von 2 Regentagen unterbrochen wurde.
Bei Regen fliegen die Geier nicht. Ihr Gefieder macht sie einfach zu schwer.

Mehr Informationen zu den Geiern in Andalusien gibt es in einem früheren Artikel „Geier in Tarifa“ auf dieser Webseite.

Gänsegeier im Naturpark ” Los Alcornocales” bei Tarifa in Andalusien, Mitte Oktober 2018

… alles andere als posierliche Tiere.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Rest vom Fest, oder die Geier haben ganze Arbeit geleistet

Nach mehreren Tagen ist die Kuh von innen her komplett ausgeweidet. Die Sonne wird dem Kadaver in den nächsten Monaten weiter zusetzen, sodas im Grunde genommen nicht mehr viel übrig bleiben wird.